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Projektentwickler Wohnungsbau bei CORPUS SIREO

Portrait von Rene Brattke bei CORPUS SIREO
© CORPUS SIREO
Rene Brattke, Projektentwickler bei CORPUS SIREO

Schade, heute ist schon Freitag. Diese Woche verging wieder wie im Fluge und ich wäre froh, wenn morgen noch ein Arbeitstag wäre. Dann könnte ich endlich den Architektenvertrag für das Bauvorhaben in der August-Lenz-Allee fertigstellen. Das Erarbeiten von Planungs- und Bauaufträgen ist eine meiner Hauptaufgaben als Projektentwickler. Neben der eigentlichen Formulierung des Vertrages muss ich einen Vergabevermerk erstellen und dabei prüfen, dass die Auftragssumme in der Projektkalkulation abgedeckt ist, schließlich bin ich auch Budgetverantwortlicher. Morgen ist allerdings Samstag -Familientag- und der Architekt muss sich gedulden.

Apropos Architekt. Gestern war ich zur Vorstellung der Entwurfsplanung meines weiteren Projektes in der Franz-Jacobi-Straße. Neben dem Architekten waren auch die Makler und meine Kollegen aus dem Marketing und Vertriebsmanagement zugegen. Der Architekt präsentierte seinen Entwurf und philosophierte über stilprägende Elemente in der Fassadengestaltung und von „Vielfalt in der Einheit“. Es ist immer dasselbe. Die Architekten entwerfen sich ihr eigenes Denkmal und wir sollen es bezahlen. Die Wohnungsgrundrisse hingegen waren alles andere als überzeugend. Mitten ins Wohnzimmer plant der allen Ernstes einen Schacht. Ich krieg die Krise. Meine 20-jährige Berufserfahrung hat mich gelehrt, in solchen Momenten nicht mehr durch die Decke zu gehen, sondern höflich aufzuzeigen, freundlich zu lächeln und zu sagen, dass ich mir für meine Wohnungskäufer eine weniger stilprägende Schachtanordnung wünsche.

Am Dienstag und Mittwoch hatte ich für dieses Objekt die Bau- und Ausstattungsbeschreibung erarbeitet. Dies ist immer eine sehr detailreiche Aufgabe, weil jedes Bauteil beschrieben werden muss. Zum Beispiel die Art der Hecke - Liguster oder Rotbuche? Die nutzerunabhängige Wohnungslüftung nach DIN 1946 Teil 6 in Verbindung mit DIN 18017 Teil 3 – als zentrale oder dezentrale Variante? Oder doch eine kontrollierte Wohnraumlüftung? Fenstergriffe sind immer gleich: „Hoppe Amsterdam“. Die Konstruktion der Gartentörchen muss ich nochmal genau abklären. Beim letzten Objekt mit 120 Wohnungen wurde bei der Abnahme der Abstand zwischen den vertikalen Holzstäben und dem Untergurt bemängelt. 3 mm wären zu wenig – 8 mm wären wohl besser gewesen. Ich verliere mich jetzt aber im Detail. Neben der nötigen Detailarbeit ist die sogenannte Flughöhe, also ein gewisser Abstand, um die Gesamtheit des Projektes im Blick halten zu können, ein Hauptmerkmal meiner Arbeit. Der Fertigstellungstermin für dieses Projekt steht. Das ist immer das Erste, was von den Chefs festgelegt wird. Und natürlich immer sehr ambitioniert und als Projektleiter muss ich die gesamte Terminschiene stets im Blick halten und die Einzeltermine daraus ableiten. In 10 Monaten soll Baubeginn sein. Dann werde ich im 14-Tages-Rhythmus zu den Bauherrenbesprechungen vor Ort sein und mit den Planern und dem Bauunternehmen regelmäßig nötige Entscheidungen treffen. Das heißt auch, dass ich mich im rauen Ton der Baustelle behaupten muss. Während der Baustellenbegehungen prüfe ich zusammen mit dem technischen Controller die Qualität der Bauausführung. Dabei geht es mit Helm und Sicherheitsschuhen durch Schlamm und Dreck, über Dächer und wackelige Fassadengerüste. Wenn es an solchen Baustellenbegehungen mal wieder in Strömen regnet, eisig kalt oder viel zu warm ist, dann bin ich froh, dass ich einen sehr abwechslungsreichen Job habe und wieder ins Büro fahren kann.