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Asset Manager – alles im Namen der Immobilie

Real Asset Manager sind für das strategische Vermögensmanagement rund um die Immobilie verantwortlich. Selbstverständlich müssen dabei die Interessen der jeweiligen Eigentümer immer im Fokus liegen.

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Sucht man nach dem Begriff „Asset Management“, so liefert Google als erstes Ergebnis die Erklärung der Online Enzyklopädie Wikipedia: In aller Kürze beschrieben, versteht man unter Asset Management Vermögensverwaltung, die Betreuung eines Finanzportfolios, bzw. Software-Lizenzmanagement und Software Asset-Management in Unternehmen. Bezogen auf die Immobilienwirtschaft umfasst das Berufsbild die Verwaltung des Anlagevermögens eines Unternehmens, zu dem auch Immobilien zählen können.

Soweit die Theorie, aber was sind eigentlich die konkreten Aufgaben eines Asset Managers, welche Eigenschaften sollte man für eine Karriere als Asset Manager mitbringen, wie sind die Berufseinstiegsmöglichkeiten und wie sieht ein typischer Tag im Asset Management aus oder gibt es diesen überhaupt?

Im Immobilienunternehmen selbst ist das Real Estate Asset Management (REAM) auf strategischer Objektebene angesiedelt, wobei es die aktive Planung, Steuerung, Umsetzung und Kontrolle von sämtlichen wertbeeinflussenden Maßnahmen einer Immobilie oder eines Immobilienportfolios auf Objektebene während der Bewirtschaftungsphase umfasst. Durch gezielte Handlungen entlang des gesamten Wertschöpfungsprozesses einer Immobilieninvestition werden Maßnahmen ergriffen, die den Wert der Immobilie steigern, um so aus der laufenden Bewirtschaftung und der eventuell späteren Verwertung eine optimale Verzinsung des eingesetzten Kapitals zu erlangen. Dafür bedarf es guter Fähigkeiten in der Strategie- und Konzeptentwicklung und deren Umsetzung sowie ein grundlegendes Verständnis für immobilien- und betriebswirtschaftliche Zusammenhänge. Ein Asset Manager sollte zudem fundierte Kenntnisse von Finanzierungsmodellen und Investitionsrechnungen und bei der Bewertung von Gebäuden und Grundstücken mitbringen.

Das Asset Management handelt bei seinen Tätigkeiten stets nach den Vorgaben des Portfolio Managements, um die Ziele des Eigentümers zu erfüllen. Entsprechend gliedert sich das REAM auf der strategischen Objektebene unter dem Investment- und Portfoliomanagement ein. So werden gemeinsam mit dem Portfoliomanagement Objektstrategien verfasst, die über die gesamte Haltedauer angepasst und umgesetzt werden. Auch beim Objektverkauf wirkt das Asset Management selbst oder unterstützend mit. Die jeweiligen Leistungen unterscheiden sich teilweise erheblich zwischen den einzelnen Unternehmen. Insbesondere folgende Aufgabenbereiche können jedenfalls dem Real Estate Asset Management zugeordnet werden:

  • Definition einer Objektstrategie inklusive ständiger Anpassung sowie laufender Umsetzung
  • Vertretung der Eigentümerinteressen
  • Übernahme von Eigentümeraufgaben
  • Optimierung und Reduzierung der laufenden Kosten
  • Erstellen von Wirtschaftsplänen/Businessplänen
  • Steuerung und Kontrolle von Property Management, Facility Management und ggf. weiteren Dienstleistern
  • Qualitätsmanagement hinsichtlich der externen Dienstleister auf Objektebene
  • Laufendes operatives Objekt-Reporting an das Portfoliomanagement
  • Monitoring der laufenden Objektperformance
  • Unterstützung des Portfoliomanagements bei Portfolioanalysen und Asset-Reports
  • Identifizierung von Desinvestitionsmöglichkeiten und Steuerung bzw. Durchführung des Verkaufs

Schon die Vielzahl und Unterschiedlichkeit der genannten Aufgaben lässt darauf schließen, dass ein „typischer Arbeitstag“ eines Asset Managers schwer zu definieren ist. Vor allem auch, weil sich jederzeit kurz- bis mittelfristige Änderungen – beispielsweise in der Objektstrategie oder auf den Märkten – ergeben können, auf die man unmittelbar reagieren muss. Für einen erfolgreichen Einstieg ins Asset Management sind daher ein hohes Maß an Selbstverantwortung und strategisch-analytischem Denkvermögen sowie leidenschaftliches Interesse an volkswirtschaftlichen Zusammenhängen, Immobilienmärkten und Zahlen wichtig.

Aber nicht nur das sollte man bereits zum Berufseinstieg im Gepäck haben: als angehender Asset Manager benötigt man eine Menge Vorwissen, das man sich nicht einfach nebenbei ›on-the-job‹ aneignen kann. Ein wirtschaftswissenschaftliches oder mathematisches Studium ist daher auf jeden Fall von Vorteil, genau wie erste relevante Praxiserfahrung in Form von Praktika.